Anlage L 02
 
Wohnbauten sind zunehmend zu banalen Standardklötzchen verkommen. Die Gründe sind vielschichtig: verfehlte Baulandpolitik, Sicherheitsdenken und bewusste Selbstentmündigung von Bauherren führen zu einem gesichtslosen Einerlei unserer gebauten Umwelt.
 
Das Projekt Lenzhalde setzt auf Eigeninitiative statt Rundum-Sorglos- Paket. Ein für Wohnbauträger unwirtschaftlich kleines, für Häuslesbauer zu großes Grundstück wurde von drei Familien gemeinsam erworben. Ziel war es, unter Wahrung der baurechtlichen Vorgaben, der Einhaltung individueller Budgets und unter Wahrung der persönlichen Bedürfnisse eine einheitliche Erscheinung umzusetzen.
 
Die Bereitschaft der Beteiligten, sich mit ihrer zukünftigen neuen Heimat gedanklich auseinander zu setzen, wurde belohnt. Basierend auf gemeinsamer Erschließungslogik, Geschosshöhe, Raumausrichtung und Systemschnitt entstanden offene Wohnräume mit optimalen Nutzungsmöglichkeiten. Der Schnitt der Häuser war der Schlüssel zum Erfolg. Ein dreistufiger Versatz in der Erdgeschossebene ermöglichte es, die Hauszugänge im Sockelgeschoß unterzubringen. Hierdurch wurden in den Erdgeschossen überraschende innenräumliche Freiheitsgrade erzielt.
 
Die individuell angepasste Raumkonstellation, unterschrittene Budgets, die planmäßige Fertigstellung und das Bewusstsein um das Wachsen der eigenen Umgebung, haben über die Bauphase hinaus nachbarschaftliche Beziehungen geschaffen, die als Gegenposition zum üblichen Nebeneinander zu verstehen sind.
 
 
 
Bauherr privat
Bauzeit 1999 - 2001
Fläche HNF 500 qm
Kosten 760.000 Euro
Kennwert Bauwerk 1.188 Euro / qm HNF