Genossenschaftsbank Meckenbeuren
 
Das vorhandene Bankgebäude spricht die Architektursprache der “klassischen Moderne”. Ambitioniert war ein Nachfahre des “Farnsworth-House” von Mies van der Rohe in den sechziger Jahren in die Nachbarschaft des oberschwäbischen Barock installiert worden - übrigens mit der ersten beheizten Fassade der heute weltweit agierenden Firma Gartner, Gundelfingen. Über die Jahre verwischten Einbauten zunehmend die Großzügigkeit des ursprünglichen Erscheinungsbildes.
 
Der Umbau greift die klassische Gestaltungs-Philosophie wieder auf und verhilft ihr mit zeitgemäßen Applikationen zu neuem Glanz. Die Idee des freien, allseitig verglasten Raumes mit wenigen Einbauten entspricht dem Anspruch an eine kommunikative und moderne Bank. Die präzise Gestaltung spiegelt das Selbstbewusstsein eines der innovativsten Wirtschaftsräume Deutschlands wider.
 
Trotz räumlicher Differenzierung nach Funktionsbereichen bleibt an jeder Stelle das Gesamte spürbar und erlebbar, die notwendige Diskretion wird durch paravantartige Trennwände hergestellt. SB-Automaten, Kontoauszugsdrucker und Kundensave sind in eine tektonisch gefaltete “Führungswand” integriert, die den Kunden vom Eingang unmerklich ins Innere der Bank leitet.
 
Bei alledem bleibt die Architektur immer einen Tick spielerisch. Sei es ein kreisrunder Glasausschnitt im Boden des Eingangsbereiches, der tags den Blick in den “Marmorstein-See” darunter freigibt und nachts von unten beleuchtet ist. Sei es die Faltung der Führungswand, sei es die von konstruktiven Zwängen losgelöste Gestaltung der Glastrennwände. Seriosität muss nicht zwangsläufig Steifheit und Unnahbarkeit bedeuten - das ist die architektonische Botschaft der Genossenschaftsbank Meckenbeuren.
 
 
 
Bauherr Genossenschaftsbank Meckenbeuren
Bauzeit 2001
Fläche HNF 548 qm
Kosten 1.158.600 Euro
Kennwert Bauwerk 2.114 Euro/qm HNF
Besonderes Sehr hochwertiger Ausbau